(ili/spot), Südkino

"Dreiviertelblut - Weltraumtouristen": Volksmusik-Stars ohne Folklore

05.08.2020

Das filmische Porträt "Dreiviertelblut - Weltraumtouristen" (Kinostart: 6. August) von Regisseur Marcus H. Rosenmüller (47) und Kameramann Johannes Kaltenhauser (48) zeigt, wie die zwei Künstler für ihre "folklorefreie Volksmusik" zusammenarbeiten, worüber sie nachdenken, was ihr Kunst- und Weltverständnis ist. Gemeint sind der Musiker und Komponist Gerd Baumann (geb. 1967) und der Sänger, Texter und Bassist Sebastian Horn (49).

Ihre Filmmusik kommt an

Wem die Namen noch nichts sagen, für den kommt hier ein kleines Namedropping der sehr unterschiedlichen und überaus erfolgreichen Produktionen, bei denen sie die Musik beigesteuert haben:

Der bayerische Kultfilm "Wer früher stirbt ist länger tot" (2006, vier Deutsche Filmpreise), der Kinderfilm "Die wilden Kerle 3" (2006), die preisgekrönten Filme "Sau Nummer vier. Ein Niederbayernkrimi" (2010, Krimikomödie), "Blaubeerblau" (2011, Drama), "Operation Zucker (2012, Thriller), die bayerische Alternative-Rock-Band Bananafishbones (seit 1987), das Singspiel am Nockherberg von 2013 bis 2017, die neue Amazon-Serie "Der Beischläfer" (2020, Titelsong "Deifedanz"), die kommende ARD-Thriller-Serie "Oktoberfest 1900" (ab 15. September 2020, Titelsong "Wos übrig bleibt")...

Ihr Heimatsound-Duo Dreiviertelblut gründeten Gerd Baumann und Sebastian Horn im Jahr 2013. Ihr Debütalbum "Lieder vom Unterholz" veröffentlichten sie bei Millaphon Records, dem Münchner Indie-Plattenlabel von Baumann, Konzertveranstalter und Kulturmanager Till Hofmann (49) und dem ehemaligen Fußball-Nationalmannschaftsspieler Mehmet Scholl (49).

Darum geht es in der Doku "Dreiviertelblut - Weltraumtouristen"

In der Doku treffen sich Sebastian Horn und Gerd Baumann in einer verfallenen Hütte tief im verschneiten Wald und sprechen über Gott, die Welt und das Weltall - Horn in Mantel und Wollmütze, Baumann im Raumanzug. Später begleiten die Filmemacher den erdverbundenen Horn durch den Wald, wo jedes Lebewesen seinen Platz hat, wo alles zusammenwirkt, wo alles einen Sinn ergibt.

Im Kontrast dazu schaut Baumann aus dem Weltall auf die Erde: Ein kleiner blauer Punkt irgendwo im großen Universum. Wieso sollte man da an irgendetwas glauben? Am Ende werden ohnehin alle in einem Loch unter der Erde liegen, wie Sebastian Horn in einer der letzten Szenen des Films. "Aber bis dahin zählt jeder Augenblick", wie Gerd Baumann sagt, "jedes Gedicht und jedes Lied".

Fazit

Wer mehr erfahren möchte über zwei Musiker, die schon lange in aufsehenerregenden Produktionen musikalisch mitmischen, sollte sich diese Doku, "ein schwarzweiß schillerndes, humorvolles Filmgedicht", zu Gemüte führen. Ihr Philosophieren über Zeit, Wahrnehmung von Zeit, Vergänglichkeit, Dialektmusik und die Weiten des Weltalls ist unterhaltsam und inspirierend.

So ging es offenbar auch Regisseur Rosenmüller: "Für mich hat der Titelzusatz 'Weltraumtouristen' eine zentrale Aussage von Wastl (Horn) und Gerd unterstrichen: 'Wir sind hier nur zu Gast auf der Erde, und auch die Erde ist ein kleiner Teil eines großen unerklärlichen rätselhaften Gefüges'", erklärt er im Interview mit spot on news.

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