(dpa), Foto: picture alliance / dpa

Deutsches Fernsehballett wird Ende 2020 aufgelöst

23.10.2020

Das Deutsche Fernsehballett soll bereits Ende 2020 aufgelöst werden, die ursprünglich vorgesehene Abschiedstournee im kommenden Jahr entfällt wegen der Corona-Pandemie.

Das sagte Geschäftsführer Peter Wolf am Freitag in Leipzig vor der Aufzeichnung einer Show, mit der sich das Ensemble vom TV-Publikum verabschiedet. Sie soll am 31. Oktober im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) zur besten Sendezeit ausgestrahlt werden.

Moderiert wird die Gala «Das Deutsche Fernsehballett - Die große Show zum Abschied» von Sänger und Moderator Ross Antony. Gäste sind unter anderem die Musiker David Garrett, Beatrice Egli und Michelle sowie das Fernsehballett-Urgestein Emöke Pöstenyi. Der Sender kündigte auch eine Überraschung an, ein Fernsehliebling werde zu erleben sein. «Und die Tänzerinnen und Tänzer werden noch einmal alles zeigen, was sie können», so Wolf.

Der Geschäftsführer hatte ursprünglich angekündigt, das Ensemble Ende 2021 auflösen zu wollen. Grund sind mangelnde Aufträge. Bis auf den MDR seien die anderen Sender nicht mehr bereit gewesen für das Ensemble zu zahlen. «Die Zeiten haben sich geändert. Die ganzen großen Shows mit Ballett gibt es nicht mehr», sagte Wolf. Er hatte 2012 das Ballett vom MDR, einer Berliner Agentur und einer Beteiligungsgesellschaft, deren Mehrgesellschafter wiederum neun katholische Bistümer waren, in Privatregie übernommen.

Gegründet wurde das Ballett mit derzeit 32 Tänzerinnen und Tänzern aus 18 Nationen im Jahr 1962. Kostüme, Musik und Bewegungen waren meist exotisch anzusehen. Zu den Solistinnen gehörten die Ungarin Emöke Pöstenyi und Susan Baker, die in der DDR Stars waren. Sie traten in Shows wie «Ein Kessel Buntes» auf. Nach dem Mauerfall tanzte das Ballett dann in großen Fernsehshows von ARD, ZDF und MDR.

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